Wie geht’s unseren Kindern?

Auf Augenhöhe in eine zukunftsfähige Gesellschaft

Wir sehen: Für viele Kinder und Jugendliche gehören krisenhafte, besorgniserregende Zustände und gravierende Umbrüche in vielen ihrer Lebensbereiche zur Normalität. Weltumspannende, gesellschaftliche und wirtschaftliche Krisen kommen schon nicht mehr on top, sondern berühren ihre und unsere Lebenswelt nachhaltig.



Daher die Frage nach dem Wohl unserer Kinder.


Das Anliegen klingt fast trivial und steht doch für einen dringend nötigen Blickwechsel: Denn Fakt ist: Eine immer kleiner werdende Anzahl von Kindern sind und gestaltet die Zukunft unserer Gesellschaft. Kinder sind demographisch zur Minderheit in einer überalterten Gesellschaft geworden – schutzlos und ohne Lobby. Zugleich ist die Zukunft ihrer Generation höchst unsicher. Die Tragweite dieser Schieflage wollen wir mit dem Kongress 2027 in den Fokus nehmen und mit euch nach Handlungsräumen suchen.



Wir beginnen mit einer Bestandsaufnahme:

Wir fragen: Wie geht es unseren Kindern, was erleben sie aktuell, womit müssen sie sich auseinandersetzen und was muss in Kita wie in Grundschule passieren, damit es ihnen gut geht – jetzt und in Zukunft? Wo müssen wir als Gesellschaft genauer hinsehen, umdenken – und für unsere Kinder-Minderheit die Arme – viel weiter – öffnen?



Wir vermuten, dass ihr genauso wie wir auf der Suche nach Ideen & Lösungen seid, die sich in der Praxis bewähren: Was können wir konkret tun? Welche Wertebasis braucht eine gute Pädagogik, die Kinder sieht und stärkt? Damit Kinder ihr kreatives Potential für eine gute Zukunft entwickeln und einsetzen können, brauchen wir zukunftsweisende Ideen, Wege, Haltungen und Strukturen, die ihr Wohlergehen, ihre Chancen und Möglichkeiten sichern.

Wir werfen also auf dem Kongress 2027 einen Blick auf die Lage unserer Kinder und schauen, wo wir in Kita und Schule an der Verbesserung ihrer Situation arbeiten können.

Wir sind überzeugt, dass die derzeitige Lage uns als Gesellschaft dazu verpflichtet, die Verantwortung für unsere Kinder wahrzunehmen und sie als Individuen genauso wie als Minderheit zu schützen. Denn in die eigene Vertretung ihrer Bedürfnisse und Interessen wachsen sie erst hinein – wenn wir sie denn lassen und dabei unterstützen..

Wir finden: Kindern gebührt ein zentraler Fokus in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung, der auf Respekt, Augenhöhe und fairer Teilhabe beruht. In Skandinavien ist das längst selbstverständlich. Dieser gesellschaftliche Stellenwert muss sich strukturell in einer von Älteren dominierten Gesellschaft nicht nur in allen praktischen, politischen und zukunftsorientierten Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen bemerkbar machen; er muss ebenso real in der Kommunikation, in der Versorgung und in der Gestaltung von sicheren (öffentlichen) Räumen für Kinder und Jugendliche sichtbar werden.

Davon sind wir aber leider noch weit entfernt: Aufwachsen und Erleben unserer Kinder sind zunehmend geprägt von Unsicherheiten, Instabilität, Dysfunktionalität, Unzuverlässigkeit, Veränderungen und Herausforderungen.

Beispiele hierzu gibt es viele:
Der im vollen Gange befindliche Klimawandel verunsichert, Kriege in der Welt machen Angst.
Oder: Immer wieder wegen Personalmangels geschlossene Kitas werden als unzuverlässig erlebt.
Oder: Dysfunktional sind Schulen, die strukturell in alten Systemen hängen bleiben und nicht auf die veränderten Möglichkeiten und Notwendigkeiten von Lernen vorbereitet sind.
Oder: Veränderte Familiensysteme sind auf eine frühere Inanspruchnahme von und längere Verweildauer in Bildungseinrichtungen ihrer Kinder angewiesen – diese Bildungsorganisationen aber sind darauf gar nicht vorbereitet.
Oder: Nicht nur durch Migration ist unsere Gesellschaft „superdivers“ geworden – sprachliche und kulturelle Verschiedenheiten fordern uns.
Die Baustellenliste ließe sich endlos fortsetzen.

Aber wie wir in Kitas wissen: Baustellen sind auch faszinierend. Hier passiert etwas, es ist etwas im Entstehen, das alle Beteiligten im kreativen Sinne herausfordert, damit der Bau gut wird. Gleichzeitig ist der enorme Druck und Stress nicht zu übersehen. Kein Wunder also, wenn verunsicherte Kinder ihrer Not Ausdruck verleihen. Und ebenso kein Wunder, wenn wir als Erwachsene in angespannten Situationen nicht immer angemessen pädagogisch reagieren und diejenigen verletzten, die wir doch so gerne schützen wollen.

Der Kongress im Februar 2027 will Impulse für eine zukunftsfähige Gesellschaft geben, in der Kitas und Grundschulen dazu beitragen können, dass jedes Kind geschützt, gesehen, gehört, beteiligt wird, sich gemeinschaftlich aufgehoben und wohl fühlt.

Euer Kongressteam 2027